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Steuererklärung 2015 - Das müssen Sie wissen!

Im Jahr 2016 steht die Steuererklärung für das Jahr 2015 an. Für viele Bundesbürger eine lästige Pflichtaufgabe, die mitunter am Ende aber eine erfreuliche Steuererstattung einbringen kann.

Damit bei der Erstellung der Steuererklärung alles reibungslos klappt, finden Sie auf dieser Seite alle notwendigen Informationen zur Steuerklärung 2015 auf einen Blick. Sie erfahren, welche Änderungen es 2015 im Steuerrecht gab, und wie sich diese auf Ihre Steuererklärung auswirken. Außerdem erhalten Sie eine Übersicht zu allen wichtigen Termine und Fristen für die Einkommensteuererklärung 2015.

Wir bieten die Formulare zur Steuererklärung 2015 als kostenloser Download an. Alternativ können Sie die Steuererklärung mit einer Steuersoftware selbst erstellen oder von einem Steuerberater aufbereiten lassen.

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Fristen für die Einkommensteuererklärung 2015

Bei der Erstellung der Einkommensteuererklärung ist es wichtig, auf die Einhaltung der gesetzlichen Fristen zu achten. Denn bei Versäumen der Abgabefrist kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag verhängen. Für alle Steuerpflichtigen, die ihre Steuererklärung selbst erstellen, also beispielsweise mit den vom Finanzamt bereitgestellten Formularen oder mittels Steuersoftware, gilt normalerweise, dass die Einkommensteuererklärung aus dem Vorjahr immer bis spätestens zum 31. Mai des Folgejahres beim Finanzamt einzureichen ist. Sie müssen sich also Dienstag, den 31. Mai 2016, als letztmöglichen Abgabetermin für die Einkommensteuererklärung 2015 im Kalender rot anstreichen

Fristverlängerung beim Finanzamt beantragen

Falls der Steuerpflichtige diesen Termin nicht einhalten kann, besteht auch die Möglichkeit, beim zuständigen Finanzamt schriftlich einen Antrag auf Verlängerung der Abgabefrist zu stellen. Dieser Antrag sollte eine Begründung enthalten. Als mögliche Gründe für die Inanspruchnahme einer Fristverlängerung können Krankheit, ein längerer Auslandsaufenthalt oder das Fehlen notwendiger Belege angeführt werden. In der Regel wird das Finanzamt dann bereit sein, die Abgabefrist um vier Monate bis zum 30. September zu verlängern. Wir bieten allen Besuchern von meineSteuersoftware.de eine kostenlose Vorlage zum runterladen an.

Tipp: Wenn das Finanzamt wider Erwarten keine Verlängerung gewährt, empfiehlt es sich zumindest eine unvollständige Steuererklärung abzugeben. Sie sollten dann den vollständig ausgefüllten Mantelbogen sowie die Anlage N für nichtselbstständige Arbeit beim Finanzamt einreichen. Legen Sie außerdem ein Begleitschreiben dazu, in dem Sie mitteilen, bis wann die fehlenden Unterlagen nachgereicht werden.

Steuererklärung durch Steuerberater

Wer seine Steuererklärung nicht selbst ausfüllt, sondern die Hilfe eines Steuerberaters oder eines Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nimmt, bekommt vom Finanzamt auch ohne Antrag eine zusätzlichen Aufschub. In diesem Fall muss die Steuerklärung erst zum Jahresende am 31. Dezember 2016 eingereicht werden. In begründeten Fällen kann das Finanzamt die Frist dann nochmals bis zum 28. Februar des Folgejahres verlängern.

Abweichende Abgabefristen für Land- und Forstwirte

Für viele Land- und Forstwirte gilt ein vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschaftsjahr. In diesem Fall gelten für die betroffenen Land- und Forstwirte auch abweichende Fristen für die Abgabe der Steuererklärung. Die Frist endet dann gemäß § 149 Abs. 2 Satz 2 AO mit dem fünften Monat nach Ablauf des entsprechenden Wirtschaftsjahrs. In der Regel dauert das Wirtschaftsjahr bei Landwirten vom 1. Juli bis zum 30. Juni, so dass die Steuererklärung bis zum 30. November an das Finanzamt übermittelt werden muss.

Zusammenfassung

ca. Ende Januar 2016 - die Finanzämter stellen die vorausgefüllte Steuererklärung bereit

30. September 2016 - wenn ein Antrag auf Fristverlängerung (Vorlage hier gratis runterladen) bis zum 31.05.2016 abgegeben wurde;

31. Mai 2016 - wenn Sie die Einkommensteuererklärung selbst erstellen (z.B. mit den Steuerformularen oder mittels Steuersoftware)

31. Dezember 2016 - wenn die Steuererklärung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein erstellt wird.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Nicht jeder Bundesbürger muss eine Steuererklärung abgeben. Eine Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung besteht grundsätzlich für alle Selbstständigen, Freiberufler, Gewerbetreibenden sowie Land- und Forstwirte.
Arbeitnehmer müssen hingegen nur in den folgenden Fällen eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen:

  • Der Steuerpflichtige hat Lohnersatzleistung wie beispielsweise Arbeitslosengeld, Elterngeld oder Kurzarbeitergeld über 410 Euro bezogen. Diese Einkünfte sind zwar steuerfrei, unterliegen jedoch dem Progressionsvorbehalt.
  • Der Steuerpflichtige hat außerordentliche Einkünfte wie beispielsweise eine Abfindung erhalten und der Arbeitgeber hat davon Lohnsteuer einbehalten.
  • Der Steuerpflichtige hat von mehreren Arbeitgebern Lohn erhalten, der nicht pauschal versteuert wurde.
  • Gemeinsam veranlagte Ehepaare, die die Steuerklassenkombination III / IV gewählt haben.
  • Die Nebeneinkünfte des Steuerpflichtigen übersteigen 410 Euro.
  • Arbeitnehmer, die einen Freibetrag auf ihre Lohnsteuerkarte eintragen lassen.
  • Nach einer Scheidung, wenn der Steuerpflichtige oder sein ehemaliger Partner im selben Jahr wieder geheiratet haben.

In jedem Fall müssen Sie einen Steuererklärung abgeben, wenn Sie vom Finanzamt explizit dazu aufgefordert wurden.

Freiwillige Steuererklärung für eine Steuererstattung

Wenn ein Arbeitnehmer nicht verpflichtet ist, eine Steuererklärung zu machen, kann er allerdings trotzdem freiwillig eine Steuererklärung beim Finanzamt einreichen. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen können. Denn in diesem Fall können Sie mit einer Steuererstattung rechnen. Bei einer freiwilligen Steuererklärung gelten die oben genannten Fristen nicht. Stattdessen haben Sie vier Jahre Zeit, die Steuererklärung beim Finanzamt abzugeben. Die Steuererklärung 2015 kann demzufolge noch bis Ende 2019 eingereicht werden.

Steuererklärung für Einkünfte aus dem Jahr 2015

Formulare für die Steuererklärung 2015

Heutzutage hat der Steuerpflichtige die Wahl, ob er die Steuererklärung mit den vom Finanzamt bereitgestellten Formularen oder mit Hilfe von Steuersoftware erstellen möchte. Für den Veranlagungszeitraum 2015 werden die entsprechenden Formulare allerdings nicht mehr automatisch vom Finanzamt versandt. Der Steuerpflichtige kann diese entweder selbst beim zuständigen Finanzamt abholen oder aber sie direkt aus dem Internet herunterladen und ausdrucken.
Die Formulare für die Einkommensteuer-Erklärung 2015 finden Sie bei uns kostenlos zum runterladen und lassen sich im Formular-Center der Bundesfinanzverwaltung Online ausfüllen.

Darüber hinaus bietet das Finanzamt auch das Elster-Formular an, mit dem Sie die Steuererklärung direkt am Computer ausfüllen und dann auf elektronischem Wege an das Finanzamt übermitteln können. Aber Achtung: Ohne Sicherheitszertifikat müssen Sie zusätzlich zur elektronischen Übertragung auch noch einen unterschriebenen Ausdruck beim Finanzamt abgeben. Das Elster-Formular lässt sich auf der Internetseite https://www.elster.de/elfo_home.php kostenlos herunterladen.

Des weiteren gibt es das Formular Nichtveranlagungsbescheinigungund für die Gewerbesteuer mit kostenlosem Online-Rechner für Gewerbesteuer.

Steuersoftware vereinfacht die Steuererklärung

Wesentlich einfacher und unkomplizierter erstellen Sie Ihre Steuererklärung aber mit Hilfe von Steuersoftware. Mit Programmen wie dem WISO steuer:Sparbuch 2016, der Steuer-Spar-Erklärung 2016 oder dem TAXMAN 2016 werden auch komplizierte Steuerfälle zum Kinderspiel. Die Programme geben Ihnen zudem viele nützliche Tipps und Tricks zum Steuersparen, so dass sich der Kaufpreis für die Steuersoftware schnell rentiert. Hier finden Sie eine Übersicht über alle Steuer-Programme.

Mit dem kostenlosen Online-Steuer-Rechner können Sie jetzt sofort die voraussichtliche Steuer für Ihr Einkommen in 2016, 2015 und 2014 berechnen. Die Steuer-Rechner werden regelmäßig an die Steuergesetzgebung angepasst.

Steueränderungen 2015 im Überblick

Das deutsche Steuerrecht unterliegt einem stetigen Wandel. Auch im Jahr 2015 hat der Gesetzgeber wieder eine ganze Reihe von Anpassungen an den Steuergesetzen vorgenommen. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht, mit allen für die Einkommensteuererklärung 2015 relevanten Steueränderungen.

Anhebung des Grundfreibetrags

Mit Wirkung zum 1. Januar 2015 wird der steuerliche Grundfreibetrag nach § 33a Abs.1 EStG erhöht. Bei ledigen Steuerpflichtigen steigt der Grundfreibetrag von 8.354 Euro auf 8.472 Euro. Das entspricht einer Erhöhung um 118 Euro gegenüber dem Vorjahreswert. Bei Verheirateten, die gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt werden, steigt der Grundfreibetrag 2015 entsprechend von 16.708 Euro auf 16.944 Euro. Der Grundfreibetrag dient der Absicherung des Existenzminimums eines jeden Steuerpflichtigen. Deshalb bleiben Einkünfte, solange sie unter dem Grundfreibetrag liegen, von einer Besteuerung verschont. Die nachfolgende Tabelle zeigt Ihnen, wie sich der Grundfreibetrag in den letzten zehn Jahren entwickelt hat:

JahrGrundfreibetrag
20067.664 Euro
20077.664 Euro
20087.664 Euro
20097.834 Euro
20108.004 Euro
20118.004 Euro
20128.004 Euro
20138.130 Euro
20148.354 Euro
20158.472 Euro (+118 €)

Mehr Rentner müssen Steuern zahlen

Zum 1. Juli 2015 wurden die Renten in den alten Bundesländern um 2,1 Prozent und in den neuen Bundesländern um 2,5 Prozent erhöht. Im kommenden Jahr sollen sie sogar um bis zu fünf Prozent steigen.
Diese Rentenerhöhungen sorgen gleichzeitig aber auch dafür, dass immer mehr Rentner steuerpflichtig werden und eine Steuererklärung abgeben müssen, da ihre Einkünfte dann über dem steuerfreien Existenzminimum liegen.

Berechnungen des Bundesfinanzministeriums zufolge sollen im Jahr 2016 rund 70.000 Rentner erstmalig eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt einreichen müssen. Insgesamt sollen 2016 bereits 3,9 Millionen Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen, das wäre annähernd jeder fünfte Rentner in Deutschland. Zum Vergleich: Im Jahr 2011 waren es lediglich 3,5 Millionen Rentner. Das Bundesfinanzministerium rechnet infolge der Rentenerhöhung im nächsten Jahr mit Steuermehreinnahmen in Höhe von 310 Millionen Euro.

Anhebung des Kinderfreibetrags und des Kindergelds

Mitte des Jahres 2015 wurde eine Erhöhung des Kindergelds beschlossen. Pro Kind steigt das Kindergeld um vier Euro monatlich. Die Erhöhung des Kindergelds gilt aber rückwirkend zum 1. Januar 2015. Eltern erhalten damit für das erste und zweite Kind jeweils 188 Euro Kindergeld pro Monat. Für das dritte Kind gibt es dann 194 Euro pro Monat. Danach erhalten Eltern für jedes weitere Kind 219 Euro monatlich. Außerdem wurde bereits festgelegt, dass das Kindergeld im Jahr 2016 nochmals um zwei Euro pro Kind erhöht werden soll.

x. KindKindergeld 2015Kindergeld 2016
1. Kind188 Euro190 Euro
2. Kind188 Euro190 Euro
3. Kind194 Euro196 Euro
Ab 4. Kind219 Euro221 Euro

Alternativ zum Kindergeld können Eltern auch den Kinderfreibetrag nach § 32 Abs. 6 EStG nutzen. Der Kinderfreibetrag wurde im Jahr 2015 ebenfalls angehoben. Der Freibetrag für das sächliche Existenzminimum des Kindes steigt 2015 von 2.184 Euro um 72 Euro auf 2.256 Euro. Daneben wird ein zusätzlicher Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf des Kindes in Höhe von 1.320 Euro gewährt. Dieser bleibt im Jahr 2015 aber unverändert. Das Finanzamt ermittelt automatisch, ob für den jeweiligen Steuerpflichtigen der Kinderfreibetrag oder das Kindergeld die günstigere Variante ist.

Änderungen beim Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Alleinerziehende Eltern können den Entlastungsbetrag nach § 24b EStG in Anspruch nehmen, wenn in ihrem Haushalt mindestens ein Kind lebt, für das ein Anspruch auf Kindergeld besteht. Im Jahr 2015 wurde der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende erhöht und gleichzeitig eine Staffelung nach der Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder eingeführt. Der Grundbetrag steigt 2015 von 1.308 Euro auf 1.908 Euro. Hinzukommen nochmals 240 Euro für jedes weitere im Haushalt lebende Kind. Eine Alleinerziehende, die beispielsweise drei Kinder hat, für die sie Kindergeld erhält und die in ihrem Haushalt leben, kann jetzt pro Jahr einen Entlastungsbetrag in Höhe von 2.388 Euro steuermindernd geltend machen.

Höchstgrenze für Unterhaltsaufwendungen wird heraufgesetzt

Aufwendungen für den Unterhalt einer unterhaltsberechtigten Person können gemäß § 33a EStG als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer abgesetzt werden. Es gibt aber eine Höchstgrenze für absetzbare Unterhaltsaufwendung. Diese wurde im Jahr 2015 um 118 Euro raufgesetzt. Somit können jetzt Unterhaltsaufwendungen bis zu einem Höchstbetrag von 8.472 Euro pro Jahr steuermindernd berücksichtigt werden.

Einführung des Elterngeld Plus

Eltern, deren Kinder nach dem 1. Juli 2015 geboren wurden, haben nun die Möglichkeit, das Elterngeld Plus in Anspruch zu nehmen. Beim neuen Elterngeld Plus wird die Bezugszeit von zwölf Monaten auf 24 Monate verlängert und im Gegenzug der monatlich ausgezahlte Betrag halbiert. Wenn beide Elternteile sich die Betreuung des Kindes teilen, wird die Bezugszeit sogar auf 28 Monate ausgedehnt. Damit soll Eltern die Möglichkeit eingeräumt werden, nach der Geburt des Kindes in Teilzeit zu arbeiten und dennoch vom Elterngeld zu profitieren. Das bisherige Elterngeld bleibt aber weiterhin bestehen. Eltern haben nun ein Wahlrecht, auch eine Kombination beider Varianten ist möglich.

Abschaffung des Betreuungsgeldes

Das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Kita geben, war schon von Anfang an umstritten. Im Jahr 2015 hat dann das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass das Betreuungsgeld verfassungswidrig ist. Grund für die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts war, dass die Gesetzgebungskompetenz für die Einführung des Betreuungsgeldes nicht beim Bund lag. Das Urteil der Verfassungsrichter aus Karlsruhe bedeutete das Aus für das Betreuungsgeld auf Bundesebene.

Seitdem können Eltern keine neuen Anträge auf Betreuungsgeld mehr einreichen. Für alle Eltern, die zum Zeitpunkt des Urteils bereits Bereuungsgeld bezogen haben, gilt aber ein Bestandsschutz. Sie erhalten das Betreuungsgeld für den bewilligten Zeitraum auch weiterhin ausgezahlt.

Höhere Freigrenzen für Aufmerksamkeiten und Arbeitsessen

Die Freigrenze für steuerfreie Aufmerksamkeiten des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter wird im Jahr 2015 von 40 Euro auf 60 Euro erhöht. Als Aufmerksamkeiten gelten Sachzuwendungen des Arbeitgebers wie beispielsweise. Blumen, Genussmittel oder ein Buch, die dem Mitarbeiter oder seinen Angehörigen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses zugewendet werden. Für Geldzuwendungen des Arbeitgebers gilt diese Freigrenze grundsätzlich nicht. Zugleich wurde auch noch die Freigrenze für Arbeitsessen von 40 Euro auf 60 Euro angehoben.

Erhöhung der Umzugskostenpauschale

Wenn Sie aus beruflichen Gründen an einen anderen Ort ziehen, könne Sie die mit dem Umzug in Verbindung stehenden Kosten als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Bei beruflich bedingten Umzügen zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 28. Februar 2015 können Ledige 715 Euro und Verheiratete 1.429 Euro als Umzugskostenpauschale steuerlich geltend machen, ohne Einzelnachweise erbringen zu müssen. Für jede weitere im Haushalt lebende Person kommen nochmals 315 Euro dazu.

Für alle beruflich veranlassten Umzüge ab dem 1. März 2015 steigt die Umzugskostenpauschale für Ledige auf 730 Euro und für Verheiratete auf 1.460. Euro. Für jede weitere Person erhöht sich die Umzugskostenpauschale nochmals um 322 Euro.

Änderungen beim Krankenkassenbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung

Zum 1. Januar 2015 wurde der allgemeine Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung von zuvor 15,5 Prozent auf 14,6 Prozent herabgesetzt. Dieser wird jeweils zur Hälfte von Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer getragen. Darüber hinaus darf jeder Krankenkasse abhängig von ihrer finanzieller Lage auch noch einen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag erheben. Dieser Zusatzbeitrag ist alleine vom Arbeitnehmer zu tragen.

Höchstgrenze für Altersvorsorgeaufwendung wird angehoben

Altersvorsorgeaufwendungen können als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Bislang konnten Ledige aber maximal 20.00 Euro als Aufwendungen für die Altersvorsorge absetzen. Bei Ehepaaren war der Betrag doppelt so hoch. Für das Jahr 2015 hat der Gesetzgeber beschlossen, die Höchstgrenze auf bis zu 22.172 Euro bei Ledigen bzw. bis zu 44.344 Euro bei Ehegatten anzuheben. Das entspricht dem Höchstbeitrag zur knappschaftlichen Rentenversicherung. Allerdings werden die Aufwendungen des Steuerpflichtigen nur anteilig steuermindernd berücksichtigt. Im Jahr 2015 steigt der Anteil der Altersvorsorgeaufwendungen, der steuermindernd berücksichtigt wird, von 78 Prozent auf 80 Prozent.

Steuerfreie Arbeitgeberleistungen für die Betreuung von Kindern und Pflegebedürftigen

Der Gesetzgeber will erreichen, dass Arbeitnehmer Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können. Deshalb hat er 2015 bestimmte Leistung des Arbeitgebers, die in Zusammenhang mit der Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen stehen nach § 3 Nr. 34a EStG steuerfrei gestellt.
Demnach können Arbeitgeber die Kosten für die Betreuung von Kindern bis 14 Jahren oder pflegebedürftigen Angehörigen bis zu einer Obergrenze von 600 Euro pro Kalenderjahr steuerfrei übernehmen, falls die Betreuung aufgrund einer kurzfristig eintretenden beruflichen Sondersituation notwendig wurde. Die Betreuung kann auch im privaten Haushalt des Mitarbeiters erfolgen. Außerdem bleiben auch Zahlungen des Arbeitgebers an einen Dienstleister, der den Mitarbeiter in Bezug auf die Betreuung von Kindern oder pflegebedürftigen Angehörigen berät oder hierfür Betreuungspersonen vermittelt, steuerfrei.

Todesfallleistungen verkaufter Lebensversicherungen werden steuerpflichtig

Die von einer Lebensversicherung im Todesfall ausgezahlten Leistungen waren bisher generell von der Steuer befreit. Seit dem 1. Januar 2015 gilt diese Steuerbefreiung aber nicht mehr für verkaufte Lebensversicherungen. Wenn eine Versicherung entgeltlich von einer anderen Person erworben wurde, ist die Todesfallleistung steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Kapitalertrag ergibt sich dann aus der Differenz zwischen Versicherungsleistung und dem Kaufpreis inklusive der weitergezahlten Versicherungsbeiträge.

Zehnjährige Steuerbefreiung für Elektroautos endet 2015

Elektroautos sind klimafreundlicher, daher wurden vom Gesetzgeber steuerliche Anreize zum Kauf eines solchen Fahrzeugs geschaffen. Für alle im Jahr 2015 gekauften Elektroautos gilt noch eine zehnjährige Steuerbefreiung. Die zehnjährige Steuerbefreiung für Elektroautos läuft aber zum Ende des Jahres 2015 aus.
Wer im kommenden Jahr ein Elektroauto kauft, kann nur noch fünf Jahre von der Steuerbefreiung profitieren. Im Jahr 2021 wird die Steuerförderung für Elektroautos dann sogar ganz eingestellt.

Höhere Anforderungen an eine Erstausbildung

Für die steuerliche Absetzbarkeit der Ausbildungskosten ist es von erheblicher Bedeutung, ob es sich um eine Erstausbildung oder um eine Folgeausbildung nach bereits abgeschlossener Berufsausbildung handelt. Denn nur die Kosten einer Folgeausbildung nach bereits abgeschlossener Erstausbildung können als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden. Bislang wurden im Gesetz aber keine konkreten Anforderungen an eine Erstausbildung gestellt. Das hat der Gesetzgeber nun geändert.
Gemäß § 9 Abs. 6 S. 2 EStG muss eine Berufsausbildung eine Mindestdauer von zwölf Monaten bei vollzeitiger Ausbildung aufweisen und mit einer Abschlussprüfung beendet worden sein, um als abgeschlossene Erstausbildung steuerlich anerkannt zu werden. Das hat zur Folge, dass nun Ausbildungen, die nur wenigen Wochen dauern, wie etwa zum Rettungssanitäter, Flugbegleiter oder Taxifahrer, aus steuerlicher Sicht nicht mehr als Erstausbildung anerkannt werden.

Regeln für Selbstanzeigen von Steuersündern wurden verschärft

Seit dem Jahr 2015 kommen Steuersünder mit einer Selbstanzeige nach § 371 AO nicht mehr so leicht davon wie noch in den Jahren zuvor. Der Gesetzgeber hat die Grenze, bis zu der Steuersünder nach einer Selbstanzeige straffrei bleiben, von 50.000 Euro auf 25.000 Euro herabgesetzt. Hat der Steuersünder mehr als 25.000 Euro hinterzogen, muss er nun einen Strafzuschlag von 10 Prozent zahlen. Bei Hinterziehungsvolumen über 100.000 Euro steigt der Strafzuschlag auf 15 Prozent. Übersteigt der hinterzogene Betrag die Grenze von 1 Million Euro, muss sogar ein Strafzuschlag in Höhe von 20 Prozent entrichtet werden.

Banken müssen Kirchensteuer auf Kapitaleinkünfte einbehalten

Wer kirchensteuerpflichtig ist, muss auf seine Kapitaleinkünfte nicht nur Abgeltungsteuer, sondern auch noch Kirchensteuer zahlen. Bisher hatten Kirchensteuerpflichtige aber ein Wahlrecht, ob die Kirchensteuer direkt von der Bank einbehalten werden soll oder ob die Kirchensteuer erst bei der Steuererklärung vom Finanzamt festgesetzt werden soll. Dieses Wahlrecht wird zum 1. Januar 2015 aufgehoben.
Die Banken sind von nun an verpflichtet, die fällige Kirchensteuer auf Kapitaleinkünfte direkt einzubehalten und an den Fiskus abzuführen. Deshalb müssen die Banken jetzt einmal jährlich die Steueridentifikationsnummer und die Kirchensteuermerkmale der Kunden abfragen, um zu prüfen, ob eine Kirchsteuerpflicht besteht. Der Kunde kann sich aber dagegen zu Wehr setzen. Dazu muss er beim Bundeszentralamt für Steuern Einspruch gegen die Herausgabe seiner persönlichen Kirchensteuermerkmale einlegen.

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