{"id":937,"date":"2010-09-28T18:47:26","date_gmt":"2010-09-28T16:47:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.meinesteuersoftware.de\/news\/?p=937"},"modified":"2010-09-09T21:34:23","modified_gmt":"2010-09-09T19:34:23","slug":"kein-kindergeld-freibetrag-ueberschritten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.meinesteuersoftware.de\/news\/2010\/09\/28\/kein-kindergeld-freibetrag-ueberschritten\/","title":{"rendered":"Fallbeileffekt: Kein Kindergeld, wenn Freibetrag auch nur 1 Euro \u00fcberschritten wird"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bundesverfassungsgericht sieht keine Verletzung der Grundrechte<\/strong><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Im konkreten Fall hatte der Sohn eines Vaters im Jahre 2005 4,34 Euro mehr verdient als die  damals zul\u00e4ssige Freibetragsgrenze von 7.680 Euro zulie\u00df (seit 1.1.2010: 8.004 Euro). Der abrupte \u00dcbergang ohne eine Gleitzone f\u00fcr ist als \u201eFallbeileffekt\u201c schon h\u00e4ufig diskutiert worden. <!--more--><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Besagter Vater nun klagte zun\u00e4chst vor einem Finanzgericht, dann vor dem Bundesfinanzhof, der die Klage schlie\u00dflich an das Bundesverfassungsgericht weitergab. Dieses jedoch lie\u00df die Klage noch nicht einmal zur Verhandlung zu und zementierte damit den Status quo bis auf Weiteres. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Tats\u00e4chlich f\u00e4llt mit der Grenze des Freibetrages von einem Euro auf den anderen ein gewaltiges Paket an Verg\u00fcnstigungen und Zusch\u00fcssen weg:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-size: small;\">das Kindergeld bzw.<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: small;\">der Kinderfreibetrag<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: small;\">die Absetzbarkeit von \tSchulgeldern<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: small;\">Entlastungsbetr\u00e4ge \tf\u00fcr Alleinerziehende<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: small;\">Erm\u00e4\u00dfigungen bei \tder Kirchensteuer und beim Solidarit\u00e4tszuschlag<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: small;\">ggf. die Kinderzulage \tin der Altersvorsorge<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: small;\">das Kind muss sich \tselbst versichern, f\u00e4llt nicht mehr unter die \tFamilienmitversicherung<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: small;\">Einschnitte gibt es \tbei der Arbeitnehmersparzulage<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: small;\">die Besoldung von \tBeamten und Mitarbeitern im \u00f6ffentlichen Dienst wird unter \tUmst\u00e4nden deutlich reduziert<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-size: small;\">beihilfeberechtige \tElternteile m\u00fcssen den wegfallenden Beihilfeteil selbst aufbringen.<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } \t\tA:link { so-language: zxx } --><span style=\"font-size: small;\">Der Wegfall gilt bei \u00dcberschreitung jeweils f\u00fcr das gesamte Steuerjahr, jedoch k\u00f6nnen gegebenenfalls im Folgejahr unter ver\u00e4nderten Bedingungen die F\u00f6rderungen und Zusch\u00fcsse neu beantragt werden.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Hintergrund f\u00fcr die existierenden Freibetr\u00e4ge ist der staatlich garantierte Schutz von Ehe und Familie (Art 6 Abs 1 GG), nach dem f\u00fcr eine Familie das Existenzminimum s\u00e4mtlicher Familienmitglieder steuerfrei bleiben muss. <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: small;\">Die Argumentation des betreffenden Vaters, dass sein Sohn von dem verdienten Betrag von knapp \u00fcber 7.680 Euro seine  Existenz nicht sichern k\u00f6nne und gegebenenfalls in Anspruch zu nehmende Sozialhilfeleistungen nicht ausreichten, wurde von den Karlsruher Richtern als nicht einsichtig angesehen (<\/span>2 BvR 2122\/09 vom 27.7.2010 ).<\/p>\n<p>Gerade wegen der harten Handhabung der Regelungen empfiehlt sich eine weitsichtige Planung. Droht das Einkommen eines Kindes den Jahresfreibetrag knapp zu \u00fcberschreiten, ist zu pr\u00fcfen, ob eventuell Teile des Einkommens auf das Folgejahr verschoben werden k\u00f6nnen oder die Verg\u00fctungen eventuell sogar reduziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesverfassungsgericht sieht keine Verletzung der Grundrechte Im konkreten Fall hatte der Sohn eines Vaters im Jahre 2005 4,34 Euro mehr verdient als die damals zul\u00e4ssige Freibetragsgrenze von 7.680 Euro zulie\u00df (seit 1.1.2010: 8.004 Euro). 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