{"id":3561,"date":"2014-02-11T00:20:02","date_gmt":"2014-02-10T23:20:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.meinesteuersoftware.de\/news\/2014\/02\/11\/schenkungssteuer-bei-kettenschenkung\/"},"modified":"2014-02-11T00:20:02","modified_gmt":"2014-02-10T23:20:02","slug":"schenkungssteuer-bei-kettenschenkung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.meinesteuersoftware.de\/news\/2014\/02\/11\/schenkungssteuer-bei-kettenschenkung\/","title":{"rendered":"Schenkungssteuer bei Kettenschenkung"},"content":{"rendered":"<p>Wird etwas mit der Auflage verschenkt, es sofort an einen anderen weiterzureichen, ist das f\u00fcr die Festsetzung von Schenkungssteuer das Gleiche, als w\u00e4re die Schenkung direkt an den endg\u00fcltigen Empf\u00e4nger gegangen. Konsequenz: Bei einer solchen Kettenschenkung gilt nur der Freibetrag des letzten Beschenkten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>      Beispiel:<\/p>\n<p>Der Ehemann \u00fcbertr\u00e4gt Verm\u00f6gen auf seine Frau, die es umgehend an ein Kind weiterverschenkt. Ziel ist es, den Schenkungssteuer-Freibetrag der Ehefrau von 500.000 \u20ac zu nutzen, da der Freibetrag des Mannes bereits aufgezehrt ist. <\/p>\n<p>Hat die Ehefrau keine tats\u00e4chliche Entscheidungsm\u00f6glichkeit, ob und wie sie das Kind beschenkt, wird die Schenkung wie eine direkte Schenkung des Ehemannes an das Kind behandelt. <\/p>\n<p>Konsequenz: Der Freibetrag der Ehefrau kann nicht genutzt werden.<\/p>\n<p>      <strong>Aber:<\/strong> In bestimmten F\u00e4llen ist es steuerlich kein Nachteil, wenn der Beschenkte das erhaltene Verm\u00f6gen zumindest in Teilen sofort weitergibt. <\/p>\n<p>Das geht aus folgendem Urteil des BFH hervor: <\/p>\n<p>Eine Mutter \u00fcbertrug ihrem Sohn eine Immobilie, der Sohn verschenkte die H\u00e4lfte dieser Immobilie sofort an seine Ehefrau.<\/p>\n<p>Das Finanzamt setzte f\u00fcr den Erwerb der Ehefrau Schenkungssteuer so fest, als h\u00e4tte sie die Immobilie direkt von ihren Schwiegereltern bekommen. Statt der g\u00fcnstigen Steuerklasse\u00a0I und einem Freibetrag von 500.000 \u20ac f\u00fcr Schenkungen zwischen Eheleuten akzeptierte es nur einen Freibetrag von 20.000 \u20ac und einen Mindeststeuersatz von 30 % f\u00fcr Erwerbe von den Schwiegereltern.<\/p>\n<p>Die Eheleute klagten dagegen beim BFH \u2013 und zwar mit Erfolg, obwohl die beiden Schenkungen am gleichen Tag passierten. Denn die Richter sahen in der ersten Schenkungsvereinbarung keine Verpflichtung zur Weitergabe. Damit konnte der beschenkte Ehemann grunds\u00e4tzlich frei \u00fcber die Immobilie verf\u00fcgen und damit auch entscheiden, die H\u00e4lfte an seine Frau weiterzugeben. Die Richter sahen jedenfalls keinen Hinweis darauf, dass die Eltern ihr Verm\u00f6gen teilweise der Schwiegertochter zukommen lassen wollten (BFH-Urteil vom 18.7.2013, II R 37\/11 ).<\/p>\n<p>      <strong>Fazit:<\/strong> \u00dcbertragen die Eltern ihrem Kind Verm\u00f6gen, kann bei einer Weitergabe auf das Schwiegerkind regelm\u00e4\u00dfig nicht von einer Kettenschenkung oder einem Gestaltungsmissbrauch ausgegangen werden, wenn keine Weitergabeverpflichtung vereinbart ist. Eine solche Verpflichtung wird auch dann nicht angenommen, wenn<\/p>\n<p>der Schenker wei\u00df bzw. damit einverstanden ist, dass der Gegenstand weiterverschenkt wird,<\/p>\n<p>der Gegenstand nur f\u00fcr eine sehr kurze Zeit im Eigentum des zuerst Beschenkten ist und nicht beide Schenkungen in der gleichen Urkunde beglaubigt sind.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.steuertipps.de\/anlegen-vererben-spenden\/erben-schenken\/schenkungssteuer-bei-kettenschenkung\" rel=\"source,canonical\" target=\"_blank\">steuertipps.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird etwas mit der Auflage verschenkt, es sofort an einen anderen weiterzureichen, ist das f\u00fcr die Festsetzung von Schenkungssteuer das Gleiche, als w\u00e4re die Schenkung direkt an den endg\u00fcltigen Empf\u00e4nger gegangen. 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